Lie Selter – Eine Frau, die Kölns Frauen eine Stimme gab

Stell dir vor ...

Stell dir vor, du gehst durch Köln in den 1980er-Jahren.

Die Stadt ist lebendig, voller Veränderungen und neuer Ideen. Menschen diskutieren über Gleichberechtigung, über Chancen und darüber, wie eine moderne Stadt für alle Menschen aussehen kann.

Doch viele Fragen sind noch offen.

Wer hört die Anliegen von Frauen in einer großen Stadt?

Wer schaut genau hin, wenn bestimmte Probleme übersehen werden?

Und wer sorgt dafür, dass aus guten Ideen auch konkrete Veränderungen entstehen?

In dieser Zeit beginnt bei der Stadt Köln ein neues Kapitel.

Eine Frau übernimmt eine Aufgabe, die es vorher in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Ihr Name ist Lie Selter.

Sie wird die erste Frauenbeauftragte der Stadt Köln.

Eine neue Aufgabe für eine neue Zeit

Als Lie Selter dieses Amt übernahm, ging es um weit mehr als nur eine neue Stelle in der Stadtverwaltung.

Es ging um eine Haltung.

Um die Frage, ob die Bedürfnisse von Frauen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft ausreichend berücksichtigt werden.

Eine Frauenbeauftragte sollte zuhören, aufmerksam machen und Veränderungen anstoßen.

Das klingt heute selbstverständlich.

Doch damals war es ein wichtiger Schritt.

Denn Gleichberechtigung entsteht nicht allein durch Worte.

Sie braucht Menschen, die sich darum kümmern.

Menschen, die nachfragen.

Menschen, die manchmal auch unbequem sein müssen.

Köln verändert sich

Während der Stadtführung wurde mir bewusst, dass Geschichte nicht nur in alten Kirchen, auf Plätzen oder in historischen Gebäuden geschrieben wird.

Manchmal entsteht Geschichte in Büros, in Gesprächen und in Entscheidungen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken.

Lie Selter gehört zu diesen Menschen.

Sie stand nicht im Mittelpunkt großer Schlagzeilen.

Aber sie arbeitete daran, dass Frauen in Köln mehr gesehen und gehört wurden.

Und genau solche Veränderungen prägen eine Stadt langfristig.

Eine Spur, die weiterführt

Wenn wir heute über Gleichberechtigung sprechen, vergessen wir manchmal, wie viele kleine und große Schritte notwendig waren, um dorthin zu kommen.

Menschen wie Lie Selter haben dazu beigetragen, dass aus einer Idee eine feste Aufgabe wurde.

Sie haben Strukturen geschaffen, die auch für nachfolgende Generationen wichtig geblieben sind.

Vielleicht liegt genau darin ihre besondere Stärke:

Nicht jeder Mensch verändert eine Stadt mit einem großen Moment.

Manche verändern sie, indem sie jeden Tag beharrlich daran arbeiten, dass etwas besser wird.

Was mir von Lie Selter geblieben ist

Vor der Stadtführung kannte ich den Namen Lie Selter ehrlich gesagt nicht.

Heute finde ich es schade, dass viele Menschen in Köln wahrscheinlich ebenfalls nicht wissen, wer sie war.

Mich beeindruckt besonders, dass sie eine Aufgabe übernommen hat, die damals noch neu und ungewohnt war.

Sie hat nicht nur über Veränderungen gesprochen.

Sie hat geholfen, sie möglich zu machen.

Vielleicht zeigt ihre Geschichte vor allem eines:

Eine gerechtere Stadt entsteht nicht von allein.

Sie braucht Menschen, die aufmerksam bleiben, Verantwortung übernehmen und den Mut haben, neue Wege zu gehen.

Wenn du das nächste Mal durch Köln gehst, denk vielleicht einen kleinen Moment an die Menschen, deren Arbeit man nicht immer sofort sieht – die aber trotzdem dazu beitragen, dass unsere Stadt ein Stück besser wird.

Auf einen Blick

Bekannt für: Erste Frauenbeauftragte der Stadt Köln.

Ihr Vermächtnis: Lie Selter steht für den Beginn einer stärkeren institutionellen Unterstützung von Gleichstellung in Köln und dafür, dass die Anliegen von Frauen einen festen Platz in der Stadtpolitik erhielten.