Manchmal genügt ein einziger Blick, um für einen Moment alles um sich herum zu vergessen.
Zwischen Natur und Kunst entdecke ich in der Ausstellung „Blütenbriefe“ im Torhaus der Kölner Flora die wundervollen Arbeiten von Isabelle Velandia – filigrane Kunstwerke, die wie kleine schwebende Wesen den Raum erfüllen.
Aus Wurzeln, Holzstücken und Samenkapseln entstehen Objekte voller Leichtigkeit und Fantasie. Jede Arbeit wird durch eine winzige Blüte liebevoll vollendet, die den natürlichen Fundstücken etwas Zartes und fast Poetisches verleiht.
An nahezu unsichtbaren Fäden aufgehängt, scheinen die Objekte schwerelos im Raum zu schweben.
Je länger ich sie betrachte, um so mehr habe ich das Gefühl, als würden sie mir ganz leise eine Geschichten aus der Natur erzählen.
Blütenbriefe -
Gedanken der Künstlerin
" Sie sind klein. Sie schweben, denn sie beanspruchen in ihrer Kleinheit und Zerbrechlichkeit Raum und so gehen sie über sich hinaus in ihr Umfeld und strahlen aus. Sie lehnen sich nicht an der Wand an, sie sind frei und leicht.
Sie sind still und sprechen doch. Sie haben eine Geschichte die sich in ihnen abgezeichnet hat und ihnen eine Form gibt: eine Form der Fügsamkeit und der Demut. Sie speichern eine Erinnerung an den Fluss und den Ursprung des Lebens.
Sie offenbaren ein Geheimnis, das zart von ihnen ausstrahlt.
Wenn ich sie anschaue, freu ich mich und muss lächeln ".
" Es handelt sich um gefundene Hölzer und gesammelte Blüten.
Es gibt zwei Sorten von Hölzern: naturgewachsene, durch die Natur geformte Holzstücke ( Wurzeln, Äste, Rinden ) und schon bearbeitete Holzreste ( Parkett, Leisten ). Als weitere Träger gibt es Schoten, Kerne, Schwämme, Tannennadeln, Baumzapfen.
Diese werden mit getrockneten Blüten in unterschiedlichen Grössen und Farben zusammengefügt fast immer in dem sie in einen im Holz vorhandenen Spalt oder Loch gesteckt werden. Nur in Ausnahmefällen, wenn es nicht anders geht, werden sie leicht mit einem Klecks Kleister gesichert.
Die Sammelstücke kommen von unterschiedlichen Orten und werden so
auch unauffälligen Zeugen dieser Orte.
Ein besonderes Merkmal der gesteckten Objekte ist ihre Leichtigkeit, Fragilität und Zerbrechlichkeit, die sich in der Begegnung zweier Fundstücke als Kraft zeigt: die zeugen der "Lebensenden", die "Schwachen" tragen einander bzw. lassen sich tragen.
Sie haben Leben, Duft, Schatten und Schönheit gespendet und ihre Aufgabe erfüllt. Auch den letzten Rest zeigen sie hier und weisen so über ihr eigenes Leben hinaus ".
In diesem Video erzählt Isabelle Valarian, welche natürlichen Materialien ihr als Grundlage dienen. Ob Eichel, Holzstück, Samenkapsel oder Schwamm – jedes Fundstück wird mit viel Liebe zum Detail ausgewählt.
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